Heizsysteme
Lohnt sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe finanziell? Wir haben beide Heizsysteme über 20 Jahre kalkuliert und berücksichtigen dabei Anschaffung, Betrieb und Förderungen. Das Ergebnis fällt je nach Gebäudetyp unterschiedlich aus.
Technik-Redakteur
Markus Weber ist Ingenieur und Technikjournalist mit Leidenschaft für innovative Energietechnologien. Er testet und bewertet Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Wärmepumpen. Seine praxisnahen Ratgeber helfen Hausbesitzern, die richtige Entscheidung für ihre Energiewende zu treffen.
Die Debatte um die beste Heizungstechnologie ist so hitzig wie nie. Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzen immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen — doch ist die Technologie wirtschaftlich wirklich überlegen? Wir haben mit realen Zahlen aus 2026 nachgerechnet und ein durchschnittliches Einfamilienhaus als Referenz gewählt.
Für den Vergleich nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus:
Die Anschaffung einer modernen Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation, Pufferspeicher und notwendiger Anpassungen am Heizsystem kostet:
Eine neue Gas-Brennwertheizung ist in der Anschaffung günstiger, unterliegt aber seit 2024 der 65-Prozent-EE-Pflicht bei Neuinstallation. Wer eine reine Gasheizung einbauen darf (Bestandsschutz):
„Die Förderkulisse hat sich 2026 nochmals verbessert. Besonders einkommensschwache Haushalte können bis zu 70 Prozent der Investitionskosten erstattet bekommen." — Verbraucherzentrale Bundesverband
Eine gute Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 in unserem Referenzobjekt. Das bedeutet: Für 18.000 kWh Wärme benötigt sie rund 5.143 kWh Strom.
Eine Gas-Brennwertheizung mit 95 Prozent Nutzungsgrad benötigt rund 18.947 kWh Gas für 18.000 kWh Wärme.
Wenn wir Investitionskosten, laufende Kosten, Wartung und Preissteigerungen über 20 Jahre hochrechnen, ergibt sich:
Die Wärmepumpe ist in Kombination mit einer Photovoltaikanlage die mit Abstand wirtschaftlichste Lösung — und das trotz höherer Anfangsinvestition. Aber auch ohne PV schlägt die Wärmepumpe die Gasheizung auf 20 Jahre um rund 24.000 Euro.
Der Kostenvorsprung der Gasheizung bei der Anschaffung schmilzt durch die deutlich höheren laufenden Kosten und den steigenden CO2-Preis schnell dahin. Wer heute noch eine reine Gasheizung installiert, könnte das in wenigen Jahren bereuen — wirtschaftlich und ökologisch.
Alle Preise und Berechnungen in diesem Artikel basieren auf dem Stand Februar 2026. Die 20-Jahres-Prognose geht von moderaten Preissteigerungen aus. Tatsächliche Kosten können je nach Standort, Gebäude und Energiepreisentwicklung abweichen.